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Geschichte des IFL

Das Institut für Flugzeugbau und Leichtbau (IFL) wurde 1938 gegründet. In den Anfangsjahren lag der Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet des Langsamfluges und der Kurzstarteigenschaften von Flugzeugen. In dieser Zeit wurde unter der Leitung von Prof. H. Winter das legendäre Langsamflugzeug "Zaunkönig" entworfen, gebaut und erprobt. Nach der Wiederzulassung des Flugzeugbaus in Deutschland ab 1955 erweiterte sich das Arbeitsgebiet des IFL. So wurden in den sechziger und siebziger Jahren unter der Leitung von Prof. W. Thielemann grundlegende Forschungsarbeiten zur Betriebsfestigkeit von Segelflugzeugen in Faserverbundbauweise durchgeführt.

Abriss zum Langsamflugzeug LF1 Zaunkönig

Der Zaunkönig dient als Forschungsflugzeug für Langsamflug, ideales Anfängerschulflugzeug und Vorläufer heutiger UL-Flugzeuge. Konstruiert von Dr.-Ing. Hermann Winter, Schöpfer des berühmten Fieseler Storch, wurde das Flugzeug 1941/42 von Studenten an der TH Braunschweig gebaut. Die Flugerprobung begann 1942, 1943 ging die Maschine bei einem Testflug verloren. Eine zweite (D-YBAR) wurde 1943/44 gebaut. Als britisches Beuteflugzeug wurde der Zaunkönig als VX190 erfolgreich weitererprobt. Ab 1955 setzten Dr. Winter und die TH Braunschweig ihre Forschung fort. Der neue Zaunkönig (D-EBAR) stürzte jedoch im April 1957 ab. Noch im gleichen Jahr entstand eine vierte Maschine (D-ECER), die nach dem Tod Winters nach Schweden verkauft wurde. Dieses Exemplar kam 1979 nach Deutschland zurück, wo es nach seiner Restaurierung als D-EBCG wieder fliegt.
aus:Flieger Revue; Magazin für Luft- und Raumfahrt; 12/1997, Berlin; http://www.fliegerrevue.de


Fieseler Storch


Zaunkönig

Abriss zum Langsamflugzeug LF2 Kiebitz

Mit der LF1 Zaunkönig war der Nachweis erbracht wurden, dass dieses Flugzeug nach Unterweisung am Boden von Segelfliegern geflogen werden konnte. Nach dem Krieg hatten in England und Deutschland mehrere hundert Piloten den Zaunkönig einwandfrei und ohne Zwischenfälle geflogen. Da ein Einsitzer aber gegenüber einem Zweisitzer Nachteile in der Anwendung hat (z.B. Schulung, komfortableres Reisen, Einsatz als Schlepp- und Fotoflugzeug), führte dies zu der Entwicklung des zweisitzigen Langsamflugzeug LF2 Kiebitz. Dieses neue Flugzeug sollte aber in Bezug auf die Langsamflugeigenschaften die gleichen Vorzüge wie das Vorgängermodell aufweisen. Mit dem Projekt sollten, in ähnlicher Weise wie beim LF1, die damaligen Studenten am praktischen Beispiel Entwerfen, Konstruieren und Berechnen lernen. Da es zum Entstehungszeit kein zweisitziges, ausgesprochenes Langsamflugzeug gab, sollte das Flugzeug auch für die Bearbeitung neuer Forschungsaufgaben eingesetzt werden. Der Prototyp wurde unter Leitung von Prof. Winter in zweijähriger Arbeit von Studenten in den Industriewerkstätten der TH Braunschweig gebaut. Der Prototyp erhielt im September 1959 eine vorläufige Fluggenehmigung, was die Flugerprobung einleitete. Zu dem Zeitpunkt gab es auch ein Interesse von der Firma Merkle Flugzeugbau (Ödheim bei Heilbronn), den Kiebitz als Produkt anzubieten. Die Firma sah bei Fluggeräten mit hervorragenden Kurzstart- und Landeeigenschaften einen großen Markt bei der Bundeswehr. Da aber ihr aufwendiges Hubschrauberprogramm nicht den geplanten Erfolg hatte, wurde auch die Realisierung des Kiebitzes aufgegeben.


Kiebitz

© Institut für Flugzeugbau und Leichtbau der Technischen Universität Braunschweig